Teil B Nr. 18.5 VersMedV – Chronische Osteomyelitis
Zu berücksichtigen sind Lokalisation und Ausdehnung, die hieraus folgende Funktionsstörung, Aktivität des Prozesses, Allgemeinzustand und Folgekrankheiten. Bei stark schubförmigem Verlauf ist ein Durchschnitts-GdB zu bilden.
| Befund / Ausprägung | GdS/GdB |
|---|---|
| ruhende Osteomyelitis, Inaktivität wenigstens fünf Jahre | 0–10 |
| chronische Osteomyelitis geringen Grades: eng begrenzt, geringe Aktivität, geringe Fisteleiterung | mindestens 20 |
| mittleren Grades: ausgedehnter Prozess, häufige/ständige Fisteleiterung, Aktivitätszeichen auch im Labor | mindestens 50 |
| schweren Grades: häufige schwere Schübe mit Fieber, ausgeprägter Weichteilinfiltration, Eiterung/Sequesterabstoßung, erhebliche Laboraktivität | mindestens 70 |
Eine wesentliche Besserung wegen Beruhigung ist erst nach hinreichend langer Fistel- und Aktivitätsfreiheit anzunehmen.

Kommentar zu Teil B Nr. 18.5 VersMedV
Die Kommentarnavigation führt ausschließlich zu den auf dieser Seite erläuterten Bewertungsaspekten.
Fistel- und Rezidivgeschehen
Fisteleiterung, Rezidive und Laboraktivität sind wichtige Verlaufsmerkmale und sollten längerfristig dokumentiert werden.
Schübe und Allgemeinzustand
Bei schweren Schüben sind Fieber, Weichteilinfiltration, Eiterung und Allgemeinzustand gemeinsam zu würdigen.
Beruhigung / Heilungsverlauf
Eine Herabsetzung wegen Beruhigung setzt einen hinreichend langen stabilen Verlauf ohne relevante Aktivitätszeichen voraus.
Rechtsprechung
| Gericht / Datum | Aktenzeichen | Kernaussage |
|---|---|---|
| Landessozialgericht Berlin-Brandenburg 11. Senat 16.10.2014 | L 11 SB 255/13 | Chronisch-rezidivierende multifokale Osteomyelitis ist nach Aktivität, Ausdehnung und funktionellen Folgen zu bewerten; im Verfahren bestand bereits ein GdB von 50 für die Grunderkrankung. |
Aktivität
Nicht die Diagnose, sondern die aktuelle Aktivität und der Verlauf bestimmen die Bewertung.